Sonstiges

Die Auenheimer Berge

Auemer Berje

Ein Beitrag von Kurt Honauer zum Lesen und Hören

Berge im Hanauerland? Da reibt sich der Leser die Augen. Da es im Hanauerland keine herausragenden Gipfel gibt, pflegten die Alteingesessenen auch kleine Erhebungen im Gelände als „Berge“ – nein als „Berje“ zu bezeichnen. Oder schreibt man besser „Barije“? 

Kurt Honauer hat seine entsprechenden Betrachtungen und Beschreibungen für den Heimatgruß 2013/14 in Mundart niedergeschrieben (S. 76/77). Indes befürchtet die Redaktion, dass sich zugezogene und jüngere Leser schwer tun, bei der Lektüre die richtige Aussprache im Hanauer Dialekt zu erkennen.

Darum gibt es die „Auemer Berje“ hier auch zum Hören. Den Text in diesem Tondokument spricht Bernhard Honauer.

De Luscheberj
Wer esch em Wender net mit em Schledde oder em Isretscher (Eisrutscher) de „Luscheberj“ rab gfahre? Alli Keng us em Neddereck han sich dert zue dem Vergnieje getroffe. Manchmol esch em Bitzer nawedran de Truwel zue ari wore, no het er e Ämer voll Kess oder Sand of die glatt Schneeabfahrt geworfe, un fer d’ Keng esch de Spass vorbei gsen.
In de erschte Johre noch em Kriej het’s die Isebahnstroß zwesche de Rhinstroß (sie heißt jetzt Badstroß) un ‘em „Luscheberj“ noch net gänn. Wann se en d’ Greene, an de Rhin oder of de Fußballplatz gewellt han, no sen d’ Neddereckler ewer Litwaijle (schmale Pfade) do ane gange.

De Häfelberj
Het mr von mett’l em Dorf an de Rhin gewellt, so het mer sich durch d’ Rhinstroß uf de Waij gemacht. Mr esch entweder am Fueßballplatz vorbei gange oder üwer die breider Stroß, wo hit ‘s Schwemmbad esch. So esch mr ewer de „Häfelberj“ ins Kenzi-Vorland un no an de Rhin komme. Do wo jetzt die Offahrt of die EdF-Stroß esch, het mr de Kinzidamm ewerquert. De „Häfelberj“ get’s hit nem. Net wit devon isch des Wasser, wo e „Häfel“ het wäre solle. Im „Heimatgruß“ von 2013 wurd of S. 99 drüwer bericht’. Es esch anzenemme, dass doher de Name „Häfelberj“ kommt.

De Stroßeberj
Wann mr vom Henger- oder Ewereck of Kehl oder ens „Fahl“ fahre het welle (en d’ Ewermatte, zuem Subock oder en d’ Nonnäcker), so het mer de „Stroßeberj“ nof gemien. Domols het’s in Auene kum e Bulldog gänn. Wann die Bure nur Kiehj (Kühe) oder nur än Ross g’het han, esch ’s fer die Viecher schon e Ansträngung gsen, e geladener Meschtwawe (Mistwagen) de Berj nuf ze ziehn. Hit esch de „Anstieg“ von de Bluemethalstroß uf die Kahler Stroß nem so steil, wil die Stroß besser usgebaut esch.

D’ Hochstroß
Die Stroß von Auene of Litze verlauft ungfähr 500 m noch Auene of em Hochwasserdamm. Des isch ken „Berj“ im Volksmund, sondern die „Hochstroß“. Nooch ungfähr 200 m biejt de Damm weder links ab und die Stroß het weder ‘s Niveau von de umliegende Äcker. Au die Isebahnschiene von de domolige MEG sen of dere Stroß verleijt gsen. Der Verfasser hofft nun, dass viele Auenheimer sich noch an die „Berje“ erinnern, und wenn die Enkel danach fragen, dass man denen die Erhebungen zeigen kann, die man in Auenheim „Berje“ nennt. Es sind eigentlich Hochwasserschutzdämme, die im Zuge der Rheinkorrektion durch Tulla im 19. Jahrhundert gebaut wurden.

Die Mitglieder des Heimatbundes sind bereit, der Bevölkerung von Auenheim Führungen durch das Dorf und die Gemarkung anzubieten.

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